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as seen on the Litfaßsäule vor se Informatik-Hochhaus
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Forist/in (m/w/divers)
Member since Jul 2019
1 post
Subject: Sexistische Kackscheiße
Ich sah vor einigen Tagen ein Werbeplakat eines ortsansässigen Saunaclubs vorm Informatik-Hochhaus, auf dem wohl eine leicht bis nicht bekleidete Dame abgebildet war. Genau konnte ich es nicht erkennen, da jemand einen Aufkleber mit den Worten "Sexistische Kackscheiße" über ihre Figüren klebte.

Das hat mich doch nachträglich ins Grübeln gebracht, da sexistisch definiert werden kann als
Quote by Wiktionary:
ein Geschlecht herabwürdigend; in der Art und Weise des Sexismus

Soweit ich weiß, arbeiten in Saunaclubs auch prostituierte Frauen, aber es können auch privatpersonen jeden Geschlechts dort hin gehen. Ob sie dann im Club nochmals Geld für Dienstleistungen verlangen (düfen) weiß ich nicht.
Die Frage, die sich mir stellt: ist das wirklich per definitionem sexistisch? Oder wird das (wie leider oft) nur mit sexuell verwechselt?

Ich meine: wenn eine Frau aus freien Stücken (Zwangsprostitution ist wieder ein anderes Thema) eine sexuelle Dienstleistung anbietet und sich vorbehält, bestimmte Besucher nicht zu bedienen, dann wird sie doch in keiner Weise diskriminiert, oder?
War vielleicht mit sexistisch gemeint, dass nicht-weibliche Menschen ihre Dienstleistungen dort vermutlich nicht anbieten dürfen? Auf der anderen Seite: dürfen nicht-männliche Menschen die Dienstleistungen überhaupt in Anspruch nehmen? Gelten unterschiedliche Preise für Besucher unterschiedlichen Geschlechts?
cody
Dipl.-Gamerx
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Member since Sep 2003
1149 posts
Quote by Forist/in (m/w/divers):
...auf dem wohl eine leicht bis nicht bekleidete Dame abgebildet war.

Vom Aussehen auf Gender zu schließen ist diskriminierend, hab gar nicht weitergelesen.

Bitte ins Gender Studies Unterforum verschieben.
cody@komputer:~$ LOAD "*",8,1
-bash: LOAD: command not found
Jonas S
Member since Jul 2016
97 posts
 
    ...auf dem wohl eine leicht bis nicht bekleidete Dame abgebildet war.
Vom Aussehen auf Gender zu schließen ist diskriminierend, hab gar nicht weitergelesen.

Erklaer mir mal wie du darauf kommst, dass er mit Dame eine Person weiblichen Geschlechts gemeint hat und nicht nur jemanden der fiminin aussieht.
Außerdem wuerde ich gerne wissen wo man die Linie zieht zwischen Pragmatismus und Korrektheit zieht , vor allem in so einem Fall wo die betreffende
Person bestimmt sehr eindeutige feminin aussah.

@ Forist/in (m/w/divers)
Zuerst zum Plakat selbst. Man kann sich natuerlich streiten ob Werbung mit knapp bekleideten Menschen sexistisch ist, ich tendiere da eher zu Ja, mir
fallen dazu aber keine so guten Argumente ein. An der Stelle aber noch, weils mir selber wichtig ist, Werbung die Geschlechter-Stereotype verbreitet ist
natuerlich abzulehnen und wahrscheinlich auch gefaehrlich oder wenigstens ungesund fuer die Gesellschaft.

Zu deinem Eigentlichen Punkt kannst du dir mal das durchlesen https://en.m.wikipedia.org/wiki/Feminist_views_on_prostitu…. Ich persoenlich
finde die Anti-Prostitutionsargumente nicht sehr ueberzeugend, vor allem da die meisten ja gar nichts mit Prostitution selbst zu tun haben, sondern mit
den oft katastrophalen Bedingungen. Auf der einen Seite natuerlich illegale Sachen, Zwangsprostitution usw. aber auch die rechtlichen Rahmenbeding-
ungen sind oft katastrophal, siehe z.B. hier https://www.youtube.com/watch?v=1DZfUzxZ2VU. (Ganzer Kanal sehr empfehlenswert btw.). Was
mir gerade auch nicht klar ist, vielleicht kann mich jemand aufklaeren, was oder ob es einen handfesten Unterschied zwischen Prostitution und anderen
dreckigen, ekligen gefaehrlichen Arbeiten ist.
zge
(〜 ̄▽ ̄)〜
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Member since Nov 2017
143 posts
In reply to post #1
Quote by Forist/in (m/w/divers):
Ich sah vor einigen Tagen ein Werbeplakat eines ortsansässigen Saunaclubs vorm Informatik-Hochhaus, auf dem wohl eine leicht bis nicht bekleidete Dame abgebildet war.

Keine Ahnung ob die Frage insgesamt ernst gemeinst ist, aber kann den Punkt schon nachvollziehen, wenn man akzeptiert das es einen Frauenverachtenden Aspekt darin gibt Eigenschaften eines (hyper? -- hab es selbst nicht gesehen) weiblichen Körpers als mittel zur Werbung auszunutzen.

Was "die Definition" damit zu tun hat ist mir nicht ganz klar.
;;
This post was edited on 2019-07-02, 19:31 by zge.
cody
Dipl.-Gamerx
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Member since Sep 2003
1149 posts
In reply to post #3
Quote by Jonas S:
...vor allem in so einem Fall wo die betreffende
Person bestimmt sehr eindeutige feminin aussah.

Ohne zu wissen wie das Plakat ausieht ist so eine Diskussion sinnlos.
cody@komputer:~$ LOAD "*",8,1
-bash: LOAD: command not found
Feyven
Member since Nov 2016
18 posts
+1 Orlan
Ich hoffe mein Beitrag klärt die wichtigste Frage:

Ich bin ein Helikopter wubwubwubwubwubwubwubwubwubwubwubwubwub
Zulleyy3
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Member since Oct 2015
15 posts
In reply to post #5
Falls ihr euch noch sinnvoll darüber unterhalten wollt, ihr meint wahrscheinlich dieses Plakat hier.
hehe ^^ :P
The author has attached one file to this post:
saunaclub.jpg | Save   156.6 kBytes, downloaded 209 times
Ford Prefect
Pangalaktischer- Donnergurgler-Trinker
(Administrator)
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Member since Oct 2002
3278 posts
+1 Airhardt
Wenn es sich um die Werbung für eine Studentenparty handeln würde, wäre sie klar sexistisch. Das Werbemotiv soll offenkundig Männer ansprechen, usw.

Bei einem Bordell, um das es sich beim FKK-Club Sylt effektiv handelt, braucht man über "sexistische" Werbung wohl kaum reden.
Quote: <mute> mit Miranda macht irc kein spass :P <Loki|muh> dann geh doch wieder :)
<mute> ich benutze kein miranda <Loki|muh> na und? :)
Airhardt
FAU-Mann
Member since Oct 2005
3260 posts
In reply to post #4
+2 Stupid Genius, L. F. Ant
Quote by zge on 2019-07-02, 19:10:
Keine Ahnung ob die Frage insgesamt ernst gemeinst ist, aber kann den Punkt schon nachvollziehen, wenn man akzeptiert das es einen Frauenverachtenden Aspekt darin gibt Eigenschaften eines (hyper? -- hab es selbst nicht gesehen) weiblichen Körpers als mittel zur Werbung auszunutzen.
Wir reden hier über Werbung für einen Puff - da ist der weibliche Körper nicht das Werbemittel, sondern das Produkt.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, dass das Plakat ausgerechnet vor dem Informatikhochhaus aufgehängt wurde. :-p
Airhardt
FAU-Mann
Member since Oct 2005
3260 posts
In reply to post #3
+2 tyr, AR-14
Quote by Jonas S on 2019-07-02, 18:50:
An der Stelle aber noch, weils mir selber wichtig ist, Werbung die Geschlechter-Stereotype verbreitet ist natuerlich abzulehnen und wahrscheinlich auch gefaehrlich oder wenigstens ungesund fuer die Gesellschaft.
Diese Aussage ist zu pauschal, denn nicht jedes Bedienen von Geschlechterstereotypen ist meiner Meinung nach inhärent gefährlich oder ungesund. Sehr viel kommt auf den Kontext an.

Angenommen, in der Halbzeitpause eines Fußballspiels laufen im Fernsehen Werbespots für die Erzeugnisse zweier Industriebrauereien:

a) Der Torso einer jungen Frau räkelt sich in schwarzer Spitzenunterwäsche vor der Kamera; eine Frauenstimme haucht mit französischem Akzent einen Brieftext, in dem sie reminisziert, wie toll irgendeine Pissbrühe doch in ihrem Bauchnabel geprickelt hat.

b) Zwei dreitagebärtige Männer sitzen bei Mistwetter nebeneinander vor einer rauen Küstenlandschaft und schweigen sich an. Schließlich stoßen sie mit zwei Flaschen Industrieplörre an.

Dass a) so richtig unangenehm tief ins Stereotypenklo greift, dürfte mittlerweile jedem klar sein - aber auch b) transportiert von Haus aus erst mal einen ganzen Sack an Geschlechterstereotypen:
  • Männer brauchen nicht viele Worte, um sich zu verstehen.
  • Männer mögen's auch mal rau und ungemütlich da draußen in der Natur.
  • Männer mögen Bier. (vgl. Wahl der Zielgruppe des Spots)
  • Männer schauen gerne Fußball. (vgl. Wahl des Sendezeitpunkts)

Aber sind die Stereotypen von b) nun wirklich in irgendeiner Hinsicht schlimm? Grenzen sie irgendjemanden aus, objektifizieren sie irgendjemanden? Ist es sinnvoll, sie pauschal zu verdammen? Und wie könnte eine vollkommen stereotypenfreie Werbung überhaupt aussehen?
Sleipnir
Exzellenzinitativ
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Member since Oct 2004
475 posts
+1 Jonas S
Juhu, de-rail!

Männer brauchen nicht viele Worte, um sich zu verstehen.

Schlimm, weil es nur im Kontrast zu dem sexistischen Vorurteil funktioniert, dass "Frauen viel reden, aber wenig sagen"
Schlimm, weil hier das Wertebild der Toxic Masculinity (https://de.wikipedia.org/wiki/Toxic_masculinity) vermittelt wird.

und so weiter ;)
cody
Dipl.-Gamerx
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Member since Sep 2003
1149 posts
Da Airhardt ein weißer, alter cis-hetero-Mann ist, war auch nichts anderes als sexistische Kackscheisze zu erwarten.
Das gilt auch für Ford Perfect:
Quote by Ford Prefect on 2019-07-03, 09:17:
Wenn es sich um die Werbung für eine Studentenparty handeln würde, wäre sie klar sexistisch.
Mit anderen Worten: Die Werbung ist nicht sexistisch?!
cody@komputer:~$ LOAD "*",8,1
-bash: LOAD: command not found
This post was edited on 2019-07-04, 13:42 by cody.
BreakFast
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Member since Oct 2012
379 posts
In reply to post #10
Quote by Airhardt:
a) Der Torso einer jungen Frau räkelt sich in schwarzer Spitzenunterwäsche vor der Kamera; eine Frauenstimme haucht mit französischem Akzent einen Brieftext, in dem sie reminisziert, wie toll irgendeine Pissbrühe doch in ihrem Bauchnabel geprickelt hat.
Dass a) so richtig unangenehm tief ins Stereotypenklo greift...

Ist Stereotyp da wirklich der richtige Begriff?
Die einzigen Stereotype, die mir da auffallen, sind nicht Frauenstereotype sondern Werbungsstereotype
Stupid Genius
Code-Exorzist
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Member since Mar 2017
93 posts
+2 L. F. Ant, dnsiv
Da wollte jemand den Informatikern ne Freude machn und es wird wieder nur gemeckert. Schaut mal was bei der Philfak so an Plakaten rumhängt, dann beschwert sich hier keiner mehr.
Marcus in colosseo sedet.
Jonas S
Member since Jul 2016
97 posts
+3 zge, AR-14, tyr
Quote by Stupid Genius:
Da wollte jemand den Informatikern ne Freude machn und es wird wieder nur gemeckert. Schaut mal was bei der Philfak so an Plakaten rumhängt, dann beschwert sich hier keiner mehr.

"In Afrika gibt's gar keine Ärzte, da darf man sich auch nicht beschweren wenn man hier ein halbes Jahr auf einen Termin bei einem Spezialisten warten muss. "

@Sleipnir Danke genau sowas mein ich.

@Airhardt Wenn ich über "gefährliche" Stereotypen rede meine ich genau so Werbung wo Bilder von typisch männlich oder typisch weiblich vermittelt werden. Du findest es vielleicht nicht schlimm, dass in deinem Beispiel bei rauem Wetter (wenn ich des richtig versteh) draußen gesessen, Bier getrunken und Fußball geschaut wird, aber wenn man als Mann dann weder Fußball schauen will, lieber reingeht oder am Ende sogar noch kein Bier trinkt kriegt man komische Blicke wenn nicht sogar dumme Kommentare ab. Ich muss mich zum Beispiel jedes Mal! rechtfertigen warum ich den kein Bier trinken will. Was ich sagen will ist, dass so Stereotype nicht zwingend mit der Tür ins Haus fallen, sondern auch ganz heimlich durch die Hintertür kommen.
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