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Gedächtnisprotokoll zu einer mündlichen Prüfung in

Geschichte und Prinzipien der Programmiersprachen

  • 1. Prüfer: Prof. em. Dr. Hans Jürgen Schneider
  • Beisitzer: PD Dr. Ronald Veldema
  • Semester: Sommersemester 2015

Stift und Papier waren da. Eine Anekdote zu alten Ausweisen / Passfotos lockerte die Atmosphäre; insgesamt eine etwas ernstere, aber freundliche Stimmung. Die Prüfung war zweigeteilt: zuerst Fragen zu PoPL von Dr. Veldema, dann Fragen zur Geschichte von Prof. Schneider. Die Zeit war ungefähr den ECTS entsprechend 2/3 zu 1/3 verteilt.

Prinzipien

Siehe sonstige Protokolle. Zusätzliche Anmerkung: Es kamen zB Fragen zu Datalog, das nur mit einer einzigen Folie im Skript auftaucht. Man sollte sich den Stoff gut strukturieren, um alle Namen direkt zuordnen und die Spracheigenheiten schnell parat haben zu können.

Geschichte

Fragen waren zum Beispiel

  • Welche drei Frauen waren in der Entwicklung der höheren Programmiersprachen besonders wichtig? (Grace Hopper, Jean Sammet, Barbara Liskov)
  • Was haben die so gemacht? (…)
  • Welche Begriffe hat denn Grace Hopper geprägt? (compiler, debugging)
  • In welchem Jahr war Fortran das erste Mal tatsächlich lauffähig? (1956)
  • Welche Programmiersprachen sind aus Algol60 abgeleitet? (BCPL, Algol68, Pascal, Simula, PL/I)
  • Und warum ist BCPL überhaupt relevant? (ein Vorgänger von C)
  • Was motivierte die Entwicklung von Smalltalk? (Simula war zu Speicherhungrig)
  • Welche Idee war wesentlich für die Entwicklung der ersten Compiler? (der Stack)
  • Wann kam diese Idee auf? (1957)
  • Von wem? (Samelson und Bauer)

Fazit: Es kommen Fragen zu Zusammenhängen und Anekdoten, aber auch Namen und Jahreszahlen. Mal einen Namen falsch zuordnen, oder ein paar Jahre plus-minus sind nicht schlimm. Wichtig ist, dass man die Reihenfolge der wichtigsten Ereignisse und ihren Kontext parat hat – dann kann man auch antworten „Nun, das war nicht lange nach XYZ, und XYZ war 1963“ oder „Das war der Kollege von ABC, am gleichen Institut.“ Ein zuverlässig sehr gutes Ergebnis bekommt man bestimmt, wenn man

  1. die Videoaufzeichnung ansieht,
  2. das Skript ein, zwei mal aufmerksam durchliest,
  3. die Sprachen-Genealogie mit Namen und Jahren (der Spezifikation / Implementierung, …) auswendig lernt,
  4. die wichtigsten Entwicklungsschritte (Stack, …) mit etwas Kontext / Motivation, Namen und Jahren lernt, und sich
  5. danach die Namen zu den Anekdoten merkt.

Eine schöne Vorlesung für alle, die sich für Einblicke in die Entwicklung der Informatik allgemein und die der Programmiersprachen im Speziellen interessieren. Die anschließende Prüfung bereitet sehr überschaubaren Aufwand – nur 2,5 ECTS eben. Ich würde dieses Modul wieder wählen, und empfehle es weiter ^_^